Peru / Willca Uta / Lampa

28.04.2025
  

Unser erster etwas komplizierter Grenzübergang. Zunächst mussten wir eine halbe Stunde warten, da die Grenze noch gar nicht offen war. Dann hatten wir das Pech, dass wir an einen peruanischen Zollbeamten geraten sind, der uns ständig erklären wollte, dass wir für das Fahrzeug eine Apostille benötigen. Nach einigem hin und her meinte er, er müsse jemand anrufen, um das zu klären. Das hat uns eine weitere Stunde gekostet, aber wenigstens meinte er, dass wir fahren dürfen und dass die Zollbeamten auf der peruanischen Seite, durch die wir noch durch mussten, Bescheid wüssten. Die Bolivianer haben uns einfach durchgewunken. In Peru beim Zoll angekommen wusste natürlich niemand Bescheid und auch dieser Beamte wollte eine Apostille von uns haben. Er war aber wesentlich zugänglicher und durfte dann auch selber entscheiden, dass wir trotzdem einreisen dürfen. Er hat uns sogar noch etwas ausgedruckt und meinte, dass wir das vorzeigen sollen, wenn wir angehalten werden und uns auch noch gesagt, wo wir im Ort die benötigte Versicherung abschließen können (manche kommen auch ohne die Versicherung nicht ins Land). Das haben wir dann auch noch erledigt und um 12 Uhr haben wir uns noch eine Telefonkarte besorgt. Die war total günstig und sollte laut Verkäuferin, die nicht gerade sehr freundlich war, unbegrenztes Datenvolumen haben. Dazu später mehr.
Nach dieser ganzen Prozedur konnten wir endlich unsere Fahrt fortsetzen.
 
Unser erster Stopp war Willca Uta, eines der geheimnisvollsten Ziele an den Ufern des Titicacasees. Hierbei handelt es sich um ein perfekt behauenes Steintor in einer natürlichen Felswand, das als Aramu Muro bekannt ist. Es ist sieben Meter hoch und sieben Meter breit, mit einer kleineren, trapezförmigen Nische im Zentrum, die genau zwei Meter hoch ist. Der Legende nach soll hier der Priester Aramu Muro mit einer goldenen Scheibe eine Tür in eine andere Welt geöffnet haben und dorthin verschwunden sein. Heute gilt der Ort als starkes Energiezentrum, in dem Einheimische und Besucher Zeremonien, Meditationen und rituelle Opfergaben an die Pachamama vollziehen.
  


 Das Tor liegt im Bosque de Piedras, einem Steinwald, in dem wir uns noch ein bisschen die Beine vertreten haben. Zuerst sind wir tatsächlich daran vorbeigelaufen und hätte auf dem Rückweg dort nicht eine Gruppe von Leuten gesessen, hätten wir es wahrscheinlich schon wieder verpasst.
 
 
Blick auf den Titicacasee

 
 






Auf der Weiterfahrt sind wir an dieser Inka-Skulptur vorbeigekommen:
 

 Übernachtet haben wir auf dem Plaza Mayor von Paucarcolla.
 
 

 Hier mussten wir uns keine Sorgen machen, da diese beiden Gesellen auf uns aufgepasst haben:
 


 
 
 29.04.2026
  

Zur Mittagszeit haben wir in Lampa gehalten. Wir wussten nicht, was uns in diesem Städtchen erwartet und waren etwas überrascht, hier so eine große Kirche vorzufinden. Es handelt sich hierbei und den Templo Santiago Apóstol, der im 17. Jahrhundert gebaut wurde und als einer der spektakulärsten Sakralbauten Südamerikas gilt. 1941 wurde die Kirche zum Nationaldenkmal Perus erklärt.
 

 

 

 Die Stadt Lampa ist auch als Ciudad Rosada (Rosafarbene Stadt) bekannt, da viele der Gebäude aus dem charakteristischen rosafarbenem Ton und Stein der Region gebaut wurden.
 
 




Ebenso wie in Bolivien sieht man auch hier in Peru viele Cholitas (Frauen in der typischen Tracht). Eine lustige Anekdote gibt es hier übrigens zu den Hüten im Bowler- oder Melonenstil, die man auch sehr häufig sieht. Diese tragen die Cholitas erst seit ca. 1920, da ein italienischer Huthersteller aus Versehen eine große Lieferung dieses Huttypes, der eigentlich für Herren gedacht war, nach Bolivien exportiert hatte. Die Männer mochten diese Hüte jedoch nicht und so musste sich die Importfirma etwas einfallen lassen, um nicht auf der Lieferung sitzen zu bleiben. So haben sie die Hüte als jüngste italienische Frauenmode angepriesen, womit sie Erfolg hatten, denn bis heute werden die Hüte von den Frauen getragen. Erfinderisch muss man sein.
 
 
Die Taxis von Lampa:
 

Zum Mittag gab es heute Alpaka am Straßenstand.
 

Hinter diesen Mauern befindet sich das Frauengefängnis:
 

 Auf der Weiterfahrt sind wir an einem etwas trostlosen Friedhof vorbeigekommen:
 
 
Außerdem haben wir noch Toritos de Pucará gesehen, bei denen es sich um traditionelle peruanische Glücksbringer aus der Region Puno handelt. Sie werden paarweise auf Hausdächern angebracht und sollen Schutz, Wohlstand und Fruchtbarkeit für das Zuhause bringen.
 

Übernachtet haben wir bei den heißen Quellen von La Raya, die sich auf etwa 4.000 Metern Höhe befinden. Das Thermalbad hat tatsächlich 24/7 geöffnet und wir durften hier auf dem Parkplatz übernachten. Vor dem Schlafengehen haben wir uns noch ein heißes Kräuterbad gegönnt.
 


Hier hat mir übrigens auch ein Einheimischer erzählt, dass sie nicht nach Macchu Picchu fahren können, da es für die einheimische Bevölkerung viel zu teuer ist.


  

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