20.05.2025 - 22.05.2025
Die Pampas Touren starten in Rurrenabaque, kurz Rurre genannt, was eigentlich ein bisschen seltsam ist, da man zunächst mit dem Auto ca. 100 km nach Santa Rosa gefahren wird, wo die eigentliche Bootstour beginnt. Hier war Rurre wohl etwas geschäftstüchtiger als Santa Rosa. Bevor es losgehen konnte, musste erstmal getankt werden.
Unsere Gruppe bestand aus 8 Leuten und da nicht alle in ein Auto gepasst haben, hatten wir einen separaten Fahrer. So waren wir zwar von unserer Gruppe getrennt, hatten aber den Vorteil, dass wir uns etwas mit dem Fahrer unterhalten konnten. Ich hatte ihm erzählt, dass wir beim Reisen gerne sehen, wie die Leute leben und auch versuchen, immer das zu essen, was die Einheimischen essen. Hier in Bolivien also vor allem auf der Straße an den einfachen Ständen. Es gab dann einen Stopp zum Mittagessen und da wir früher als die anderen da waren, meinte unser Fahrer, wir sollen uns zu ihm an den Tisch setzen. Wir wurden dann gefragt, was wir essen wollen und haben noch einen frischen Fruchtsaft bekommen. Als der Rest der Gruppe kam (und auch alle anderen Gruppen) haben wir dann gesehen, dass sie anderes Essen (Spaghetti) und auch ein anderes Getränk (Fertigsaft) bekommen haben. Später hat uns unser Fahrer gesagt, dass das das Touristenessen war und wir das Essen für die Einheimischen bekommen haben. Nach dem Essen ist er kurz verschwunden, um noch etwas Benzin zu besorgen. Es hat sich dann herausgestellt, dass er den gleichen Preis wie wir auf dem Schwarzmarkt bezahlt hat. In Santa Rosa angekommen, hat unser Guide Toni auf uns gewartet und wir sind aufs Boot umgestiegen, um zu unserer Unterkunft zu fahren. In unserer Gruppe waren noch 2 Dänen, 2 Engländer, 1 Australierin und 1 Amerikaner. Wir waren mit Abstand die Ältesten.
Auf der Fahrt zu unserer Unterkunft haben wir die ersten Vögel gesehen.
Unser Domizil für die nächsten beiden Tage:
Neben unserer Gruppe gab es noch weitere Bewohner:
Am ersten Abend wollten wir uns noch den Sonnenuntergang anschauen, aber es hat angefangen zu regnen und wir sind wieder zurück gefahren. Zum Glück waren wir vorbereitet und hatten Regensachen und einen Schirm dabei und sind deshalb nicht ganz so nass geworden wie die anderen.
Am nächsten Morgen sind wir zu einer Morgenwanderung aufgebrochen, die jedoch nicht so erfolgreich war. Wir haben nur eine Eule und eine Klapperschlange gesehen.
Nach einer Anaconda, die man hier sonst sehen kann, haben wir leider vergebens gesucht. Wir mussten uns mit Spinnen zufrieden geben.
Nachmittags ging es dann zum Piranha-Fischen.
und danach zum Sonnenuntergang schauen, wo auch noch viele andere Gruppen waren. Nachdem die Sonne weg war und die Dämmerung eingesetzt hatte, kamen die Mücken. Unvorstellbar, wieviele Mücken hier unterwegs waren, bis es ganz dunkel war. Gestern haben wir das durch den Regen gar nicht mitbekommen. Stellt sich die Frage, was besser ist: nass werden oder gestochen zu werden?
Am dritten Tag sind wir morgens in der Dunkelheit aufgebrochen, um den Sonnenaufgang zu sehen.
Als es angefangen hat zu dämmern, waren sie wieder da: unzählige Mücken! Sie haben uns gepiesakt, bis die Sonne da war. Danach waren sie quasi verschwunden.
Diese beiden waren zum Glück nicht mit im Wasser, sondern leben in einer anderen Unterkunft:
Nach dem Mittagessen ging es auch schon wieder zurück.
Leider hatten wir diesmal einen anderen Fahrer, der nicht so gesprächig war sondern laute Musik gehört hat. Die Tour war eine schöne Abwechslung, aber wir waren etwas enttäuscht und hatten uns mehr davon versprochen. Die "tierische Ausbeute" war doch etwas gering.
Wir hatten ja immer noch das Problem, dass unsere Heizung nicht funtioniert. Da es den Chevy N400 auch in Peru gibt, hatten wir uns überlegt, noch mal dorthin zu fahren, in der Hoffnung, dass er dort repariert werden kann. Was wir uns nicht überlegt hatten, war, dass wir dafür tatsächlich an Santa Rosa vorbeifahren müssen, wo wir gerade herkamen. Das hätten wir etwas anders regeln können und uns dadurch etwas Zeit erspart. Aber so sind wir also den ganzen Weg im eigenen Auto noch einmal gefahren. Bei Santa Rosa gibt es eine Lagune mit einem schön angelegten Steg. Hier sollte wohl mal etwas mehr entstehen. Es waren aber tatsächlich ein paar Einheimische hier und das Coolste war eine Frau, die sich auf den Steg gekniet und ins Wasser geplätschert hat, woraufhin ein rosa Delfin kam, den sie an den Schwanzflossen hochgezogen hat. Und wir haben sie auf dem Fluss überall gesucht.
In dem Areal gab es auch eine Art Kneipe, in der wir gefragt haben, ob wir dort übernachten können. Die Frau hat gesagt, dass es kein Problem sei. Kurz darauf kam ihr Mann und wollte Geld von uns haben, weil wir dort stehen (es gab sonst nichts, kein Wasser, keine Toiletten oder Sanitäranlagen). Daraufhin haben wir uns dann vor den Eingang gestellt, wo wir mit Beginn der Dämmerung fast von Mücken aufgefressen worden sind. Aber auch hier ist es wesentlich besser geworden, als es dunkel war.
23.05.2025
Auf der Weiterfahrt gab es ein paar Störche zu sehen
und
wir haben uns zunächst über die gute Straße gefreut, aber die Freude
sollte nicht lange anhalten, denn aus der asphaltierten Straße ist sehr
schnell wieder eine Dreckstraße geworden.
Wir
sind bis Naranjal gekommen, wo wir in einem kleinen Laden etwas
eingekauft und dort gefragt haben, wo man denn hier übernachten kann.
Der Besitzer meinte dann, dass es nebenan in dem leeren Laden
(Verschlag) möglich sei. Nach nochmaliger Nachfrage meinte er, dass es
überhaupt kein Problem sei und dort öfters Leute übernachten. Wir haben
uns dort also eingerichtet,
aber
nach einiger Zeit kam ein Typ auf seinem Moped angerauscht und hat uns
sehr unfreundlich rausgeschmissen, da es sein Geschäft sei. Mittlerweile
war es schon recht spät und wir wollten nicht mehr weiterfahren. Hinter
dem Geschäft war ein älteres Ehepaar draußen vor ihrem Haus und wir
haben gefragt, ob wir neben ihrem Haus stehen könnten, was sie uns
glücklicherweise erlaubt haben.
24.05.2025
Auf
der Weiterfahrt sind wir sehr oft kontrolliert worden, entweder von der
Polizei oder dem Militär, aber alle haben uns weiterfahren lassen.
Leider ist die Straße nicht wirklich besser geworden.
An
der Grenze hatten wir in Bolivien auch keine Probleme und schon waren
wir in Brasilien, das wir ein Stück
durchqueren mussten, um nach Peru zu kommen. Der Grenzübergang ist im Ort Brasileia.
Hier
mussten wir erst ein ganzes Stück in den Ort hineinfahren, um uns den
Einreisestempel bei der Polizei zu holen. Dann ging es wieder zurück zur
Grenze zum Zoll, da der Chevy ja auch noch einreisen musste. Tja, und
nun hatten wir ein Problem, da der Zollbeamte, der zum Glück Englisch
konnte, uns erklärt hat, dass das heute nicht möglich sei, da sie ein
Computerproblem hätten und das System nicht funktioniere. Es ginge erst
morgen früh wieder. So kam es, dass wir eine Nacht vor dem Zollgebäude
verbracht haben. Wir hatten Glück und die Security-Leute haben uns einen
Schlüssel für die Toilette und Dusche gegeben. Auf der
gegenüberliegenden Seite war ein Getränkeladen, bei dem sehr viele
Bolivianer Bier gekauft haben und dann auf ihren Mopeds wieder zurück
nach Bolivien gefahren sind. Auch wir haben uns dort etwas geholt und
unsere Geschichte erzählt. Sie haben nur müde gelächelt, als wir
meinten, dass das System morgen wieder funktionieren soll und konnten
sich nicht vorstellen, dass zum Sonntag etwas passiert. Na toll, das
waren ja gute Aussichten!
25.05.2025
Nach
einer sicheren Nacht haben wir am nächsten Morgen darauf gewartet, dass
ein Zollbeamter anrückt. Wir wollten uns beim Security-Menschen
eigentlich nur den Schlüssel für die Toilette holen, als er meinte, dass
jemand im Büro ist. Und tatsächlich: da saß schon ein Beamter am
Schreibtisch und wir hatten gar nichts mitbekommen. Also schnell die
Formalitäten erledigt und schon konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.
Diese hat dann etwas länger als erwartet gedauert, da die Straße in
Brasilien in einem wirklich schlechten Zustand war. Sie war zwar
asphaltiert, hatte aber unzählige Schlaglöcher.
An
der Grenze zu Peru hat der Polizist unsere deutschen Pässe gesehen und
gleich etwas von 7:1 erzählt. Es hat einen Moment gedauert, bis der
Groschen gefallen ist: die Halbfinal-Niederlage von Brasilien gegen
Deutschland in 2014. Das sitzt wohl immer noch tief bei den
Brasilianern. Der Zollbeamte war dann super nett und konnte sogar ein
paar Brocken Spanisch und Englisch. In Peru angekommen, waren wir total
überrascht, wie gut die Straßenverhältnisse hier waren. Keine
Schlaglöcher mehr und wir sind richtig gut voran gekommen. Hier kam uns
ein Polizeifahrzeug entgegen, das dann gedreht und uns angezeigt hat,
dass wir auf die Seite fahren sollten. Sie haben uns aber sehr schnell
weiterfahren lassen, als sie gemerkt haben, dass wir harmlose Touristen
sind.
Übernachtet haben wir vor einer Peaje-Station.
26.05.2025
Unser
erster Weg heute Morgen war zu einer Autowerkstatt in Puerto Maldonado.
Wir hatten einen guten Eindruck und haben für den nächsten Tag einen
Termin gemacht. Da wir das Auto abgeben mussten und nicht wussten, wie
lange es dauern wird, haben wir uns eine Unterkunft gesucht. Hier hatten
wir richtig Glück und haben eine kleine grüne Oase mit freundlichen
Besitzern entdeckt.
Nachmittags waren wir kurz in der Stadt und am Hafen.
Von Puerto Maldonado aus kann man übrigens auch Touren in die Pampas
machen. Wir hatten uns das schon mal überlegt, bevor wir nach Rurre
gefahren sind, sind dann aber davon abgekommen, da sie wesentlich teurer
waren und wir einen Bericht gefunden hatten, in dem vor Kriminalität
auf den Straßen zu der Stadt gewarnt wurde. Ausgerechnet dorthin mussten
wir jetzt fahren. Von der Kriminalität haben wir zum Glück nichts
mitbekommen und die Pampastouren waren doch sehr überschaubar.
27.05.2025
Pünktlich
um 7 Uhr 30 haben wir den Chevy in der Werkstatt abgegeben. Danach
waren wir in der Unterkunft. Zur Mittagszeit haben wir ein Restaurant
gesucht und in der Nähe ein kleines gefunden, das ziemlich unscheinbar
aussah, aber der Fisch, den wir dort gegessen haben, war richtig lecker.
Wir hatten noch Glück, denn kaum waren wir im Restaurant angekommen,
gab es einen richtigen Wolkenbruch, der nach dem Essen dann wieder
vorbei war. Nachmittags waren wir noch einmal in der Werkstatt: große
Erleichterung, der Wärmetauscher ist nicht defekt. Aber das eigentliche
Problem hat er noch nicht gefunden. Er will sich noch einmal Gedanken
machen.
28.05.2025
Morgens hat uns Raúl ein bisschen die Stadt gezeigt.
Hier
in Puerto Maldonado gibt es einen großen Fahrradweg, aber sehr wenige
Fahrräder. Hinzu kommt, dass an den Stationen abends Leute sitzen, die
dort Scherben hinterlassen, so dass man den Radweg nicht wirklich
benutzen kann.
Mittags
konnten wir unser Auto abholen, es funktioniert wieder. Der Mechaniker
hat sich riesig über Trinkgeld und 2 Flaschen Cola gefreut, die wir ihm
noch mitgebracht haben. Das sind die hier nicht gewohnt. Er wollte dann
auch noch ein Selfie mit uns machen.
Nachmittags hat es dann wieder richtig viel geregnet und wir waren froh, dass wir unsere Unterkunft noch hatten.
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