26.06.2025
Das war eine lange Nacht. Da es heute Morgen geregnet hat, sind wir erst um 10 Uhr aufgestanden. Das kam bisher noch gar nicht vor, aber Regen ist bei unserem Auto wirklich nicht so optimal. Wir sind dann los, um eine Telefonkarte zu besorgen, hatten aber im ersten Laden ein bisschen Pech, da wir wohl an die unmotivierteste Mitarbeiterin überhaupt geraten sind, die kaum mit uns gesprochen hat und erst auf Nachfrage meinte, das würde dauern, da sie uns erst registrieren muss. Sie konnte uns aber nicht sagen, wie lange es dauern würde. Das kam uns etwas seltsam vor, da wir das Problem damals in Asunción nicht hatten. Wäre sie nicht so unfreundlich gewesen, wären wir ja dageblieben, aber so haben wir uns einen anderen Laden gesucht. Hier mussten wir dann feststellen, dass die unmotivierte Mitarbeiterin tatsächlich recht gehabt hat, aber es wurde wenigstens mit uns gesprochen. Als wir nach einer Stunde wiedergekommen sind, wurden wir zu einem anderen Mädel geschickt, die super freundlich war, Englisch konnte und deren Mutter aus Österreich stammt. Sie hat uns dann alles eingerichtet und gezeigt. Geht doch!
Die Stadt selber war für uns nicht interessant, da es sich hier um die zweitgrößte Stadt Paraguays handelt, die aufgrund ihrer strategischen Lage im Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay ein Einkaufs- und Handelszentrum ist. Die großen Einkaufszentren waren überall ausgeschildert, aber die sind ja bekanntlich nicht so unser Ding. Geschlafen haben wir noch einmal am Stellplatz von gestern.
27.06.2025
Vor den Toren von Ciudad del Este liegt der Nationalpark Tatiyupi. Hier einzuchecken ist etwas kompliziert, da das dazugehörige Gebäude etwa 10 km entfernt liegt. Wäre das in iOverlander nicht so genau beschrieben worden, hätten wir das nie hinbekommen. Vor dem Einchecken waren wir aber noch kurz in einer Gomería, einer kleinen Werkstatt, die nur auf Autoreifen spezialisiert ist. Das ist hier in Südamerika ja so, dass jede Werkstatt nur eine Sache kann. Wir hatten das Problem, dass ein Reifen immer Luft verloren hat und er konnte es tatsächlich beheben.
Nach der etwas umständlichen Prozedur des Eincheckens waren wir dann auf dem riesigen Areal die einzigen Gäste, was wohl dem schlechten Wetter geschuldet war. Dafür gab es aber eine ganze Menge Personal. Wir sind dann zur Info gegangen, um zu fragen, wo man hier ein bisschen laufen kann. Das hätten wir mal lieber bleiben lassen sollen, da sich herausgestellt hat, dass man hier nicht alleine laufen darf sondern tatsächlich einen Guide benötigt. Dem Ranger war das sichtlich peinlich, aber er hat sich an die Vorschriften gehalten und uns einen Mitarbeiter besorgt, der mit uns durch den Wald gelaufen ist. Sinnfrei! Zu sehen gab es außer Bäumen nichts. Abends sind wir dann unerlaubterweise noch mal alleine etwas herumgelaufen, haben aber auch nichts mehr entdeckt.
28.06.2025
Eigentlich wollten wir etwas länger bleiben, aber das Wetter war immer noch regnerisch und der Park ist einfach nur langweilig. So ging es bei Regenwetter weiter bis in die Nähe von Guayaibi zu einem Stellplatz auf einer Wiese an einer Straße.
29.06.2025
Bei immer noch regnerischen Wetter sind wir bis zum Parque Nacional Cerro Corá gefahren. Hier gab es tatsächlich nur einen Ranger, der alles gemanagt hat. Dieser Park hat auch einen kulturellen und geschichtlichen Hintergrund, da hier die letzte Schlacht des "Guerra de la Triple Alianza" am 1. März 1870 stattgefunden hat, bei der Francisco Solano López, der von 1862 bis 1870 der Präsident von Paraguay war, gefallen ist. Deshalb gibt es hier mehrere Denkmäler.
Es gab sogar einen offiziellen Campingplatz mit Sanitäranlagen, die jedoch schon von anderen "Gästen" in Anspruch genommen wurden.
Deshalb haben wir uns einfach irgendwo im Park hingestellt.
Hier konnten wir abends noch eine Blaustirnamazone beim "Knabbern" beobachten.
30.06.2025
Leider ist das Wetter immer noch nicht wirklich besser geworden und es ist immer noch kalt und ungemütlich. Morgens haben wir uns kurz das Museum angeschaut
und mittags sind wir auf den Berg gelaufen. Leider haben wir außer Ameisen keine Tiere zu Gesicht zu bekommen.
01.07.2025
Immer noch keine Wetterbesserung in Sicht. Daher haben wir uns auch hier wieder auf den Weg gemacht. Im Auto kann man wenigstens die Heizung anmachen. Einen Stellplatz haben wir an einer Tankstelle in der Nähe von Rio Verde gefunden.
02.07.2025
Der Parque Nacional Defensores del Chaco ist der größte Nationalpark von Paraguay und liegt im Norden nahe der bolivianischen Grenze. Hierherzukommen war eine ziemlich staubige Angelegenheit. Auf dem Weg dorthin haben wir ein überfahrenes Riesengürteltier gesehen. Die sieht man hier wirklich seeeeehr selten. So schade, dass es nicht mehr gelebt hat, das wäre etwas ganz Besonderes gewesen. Am Park angekommen sind wir dort noch einen kleinen Wanderweg gelaufen.
Geschlafen haben wir an der Parkstation, wo wir von einem hübschen Hund bewacht wurden.
03.07.2025
Leider sind auch hier im Park Wanderwege eine ziemliche Seltenheit. Ein Stück weiter gab es noch einen weiteren Stützpunkt, zu dem wir heute Morgen mit dem Auto aufgebrochen sind. Unterwegs haben wir einen Maikong gesehen, bei dem es sich um einen kleinen Wildhund handelt.
Gelandet sind wir an einer nicht kleinen Hütte, die aber nicht mehr in Betrieb ist. Wie so vieles in Südamerika: angelegt und nicht gepflegt.
Den eigentlichen Wanderweg hatten wir recht schnell absolviert und da es wenig zu entdecken gab, gibt es hier hauptsächlich Bilder von uns.
Auch wenn es hier nicht so viel zu tun gab, haben wir uns entschlossen, die Nacht hier zu verbringen, da die Hütte weit genug weg von der Staubstraße war und auch das Wetter endlich etwas wärmer wurde. Hier konnten wir auch mal unsere Sachen richtig durchlüften und uns auch selber mal wieder in der Sonne aufwärmen.
04.07.2025
Um uns ein bisschen zu bewegen, sind wir morgens noch einmal auf den "Berg" gestiegen.
Bei der ersten Rangerstation hatte uns noch ein englischsprechendes Mädel erzählt, dass es ein Stück weiter vom Cerro Léon noch einen Wanderweg gibt und bei uns auf der Karte war dort auch ein Weg eingezeichnet, der vom Militär genutzt wird. Dort angekommen, gab es tatsächlich ein Haus mit ein paar jungen Männern, die jedoch nichts von einem Wanderweg wussten. Der Weg war umsonst. So sind wir wieder zu unserer verlassenen Hütte gefahren, um dort noch ein bisschen die Ruhe zu genießen. Bei unserem Abendspaziergang haben wir wenigstens noch ein Gürteltierchen gesehen.
05.07.2025
Der Nationalpark hat weiter im Norden noch eine weitere Rangerstation, zu der wir heute aufgebrochen sind, da es hieß, dass man dort mehr Tiere sehen kann. Der Weg fing auch sehr vielversprechend an,
aber das war es auch schon. An der Rangerstation gab es einen 400 m langen Wanderweg. So etwas hatten wir auch noch nicht: so breit und so freigeräumt, da hätte man mit einem Rollstuhl langfahren können. Tiere waren auch Fehlanzeige, aber wir waren wohl auch zur falschen Zeit hier.
06.07.2025
Wenigstens konnten wir am nächsten Morgen noch einen Mönchssittich und eine Blaustirnamazone beobachten.
Ein bisschen frustiert haben wir den Rückweg angetreten. Wir musste die gleiche Staubstraße, die wir hergefahren sind, auch wieder zurückfahren.
Mit Tieren haben wir schon gar nicht mehr gerechnet, sind dann aber an einem kleinen Feuchtgebiet vorbeigekommen, wo es tatsächlich ein paar Vögel gab. Das hatten wir bei der Herfahrt gar nicht bemerkt.
Geschlafen haben wir an einer Tankstelle, die jedoch zu hatte.
07.07.2025
In Filadelfia (hierzu gibt es einen gesonderten Blogeintrag) haben wir uns ein Angebot von einer Karosseriebauerei machen lassen, um den Chevy mal ein bisschen aufzuhübschen. Mittlerweile hat er doch ein paar Beulen und Dellen. Wir hatten ein bisschen Pech, da die Firma sonst eigentlich immer Kapazitäten frei hat, aber gerade im Moment hatten Sie ein paar dringende Aufträge. Da hätten wir mal letzte Woche vorbeifahren sollen, als wir schon einmal hier waren. So konnten wir nur einen Termin für nächsten Montag machen und mussten hier noch eine Woche irgendwie rumbringen. Geschlafen haben wir am Hotel. Das ist ein super Stellplatz, da man für wenig Geld Toiletten, warme Duschen und sogar ein Schwimmbad hat.
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